Emissions- / Prüfkammeruntersuchungen

Für standardisierte Emissionsprüfungen von Baustoffen und Einrichtungs- und Gebrauchsgegenständen steht in den Räumlichkeiten des Bremer Umweltinstitutes ein Emissionslabor mit einer Vielzahl von Emissionsprüfkammern in den Größen von 1 m³, 0,25 m³ und 0,02 m³ sowie Kleinstkammern mit einem Volumen unter 6 Litern zur Verfügung.

Mittels Emissionsprüfkammern können die von den Materialoberflächen emittierten Substanzen im Zeitverlauf quantitativ bestimmt werden. Hierbei kommen die normgerechten und akkreditierten Standard-Analyseverfahren des Bremer Umweltinstitutes wie z.B. die Thermodesorptionsanalyse zum Einsatz.

Die maßgeblichen Prüfparameter einer Prüfkammeruntersuchung (z.B. Temperatur, Raumluftfeuchtigkeit, Luftwechsel, Beladung usw.) können flexibel den Erforder-nissen unterschiedlicher Fragestellungen angepasst bzw. auf die Sollgrößen genormter Verfahren exakt eingestellt werden. Durch die Anpassung der Prüfparameter können die spezifischen Verhältnisse in einem ganz konkreten Innenraum nachgebildet werden. Das Ergebnis der Emissionsprüfung in der Kammer kann dazu verwendet werden, die Exposition in diesem Innenraum zu orienierend zu beurteilen.

Die Emissionsprüfkammern des Bremer Umweltinstitutes entsprechen den Vorgaben der DIN EN ISO 16000-9 und sind geeignet für die Überprüfung der Emission flüchtiger organischer Verbindungen aus Bauprodukten wie sie für Zulassungsverfahren und Produktlabel (z.B. Blauer Engel, natureplus, u.w.) häufig gefordert werden.

 

Das Bremer Umweltinstitut verfügt neben dieser normengerechten „Hardware“ für Prüfkammeruntersuchungen auch über das notwendige Know-How um z.B. Emissionsprüfungen entsprechend den Zulassungskriterien des AgBB/DIBt, gemäß der Vorgaben des Prüfsiegels natureplus oder den Bestimmungen der DIN EN 717-1 (Bestimmung der Formaldehydabgabe aus Holzwerkstoffen) durchzuführen.

Das Bremer Umweltinstitut ist auch zugelassenes Prüfinstitut für Emissionsuntersuchungen für das Umweltzeichen "Der Blaue Engel" nach

RAL UZ 38/176,
RAL UZ 113, 117, 119
RAL UZ 120, 123, 128,
RAL UZ 132,
RAL UZ 148 und
RAL UZ 156.

Darüber hinaus kann die Beurteilung der Ergebnisse unter Bezugnahme auf weitere Bewertungssysteme (wie z.B. die VOC-Deklaration für Bauprodukte in Frankreich) ergänzt werden.
Die über Prüfkammeruntersuchungen erlangte Kenntnis über das Emissionsverhalten eines Baumaterials ermöglicht es den Verant-wortlichen erstmals, bereits in der Entwicklung von Produkten sowie in der Planungsphase von Neubau oder Sanierung eines Objektes die Thematik gesunder Innenraumluft verantwortungs-voll zu berücksichtigen und eine in dieser Hinsicht optimale Lösung sicher zu verwirklichen.

Bei einer bereits bestehenden Innenraumluftproblematik kann der Einsatz der Prüfkammeruntersuchung dabei behilflich sein, unter einer Vielzahl von Baumaterialien die für die Raumluftbelastung eigentlich verantwortliche Quelle zu identifizieren. Neben Bauprodukten (wie Bodenbeläge, Beschichtungen, Dichtungen, Kleber, ...) können nach dem gleichen Prinzip auch Möbel oder anderer Bedarfsgegenstände (z.B. Matratzen) auf ihr Emissionsverhalten untersucht werden.

Neben der Prüfkammeruntersuchung in den Räumen des Bremer Umweltinstitutes kann mit der mobilen FLEC-Prüfkammer ("Field and laboratory emission cell") auch eine zerstörungsfreie Prüfung des Emissionsverhaltens einer Baumaterial-oberfläche vor Ort vorgenommen werden.